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 Janiks Roundup

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Jarod Voltan

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BeitragThema: Janiks Roundup   Di März 05, 2013 6:22 am

Die Luft im Löwenkopf war wie immer gefüllt von Rauchschwaden. Die Schänke lag im Hafen von Sunspear und war bekannt dafür, dass hier allerhand geraucht wurde. Wasserpfeifen, Tabakbeutel, aber auch Kräuterstängel waren auf den Tischen ein so vertrauter Anblick, wie Krüge in anderen Gasthäusern. Tatsächlich verkaufte der Wirt die meisten Getränke unter Wert. Sein Geschäft machte er mit Rauchen.
Janik Ambrose tränten die Augen, während er sich durch die hier versammelte Meute kämpfte. Das Löwenkopf war auch eine Spielhöhle, das Geräusch klappernder Holz- oder Knochenwürfel war so präsent wie die Rauchschwaden in der Luft.
Der Adlige fand schließlich was er suchte, einen kleineren Holztisch am Rand der Schankstube. Ein Gast saß bereits dort, eine Pfeife im Mund. Als dieser Janik entdeckte blies er ihm, zur Begrüßung, eine grünliche Rauchschwade entgegen.

„Ich hab deine Nachricht erhalten“, meinte der Kräutermeister Loras. „Wer war der Bote?“
Janik ließ sich auf einen Holzstuhl gegenüber fallen und streckte die Beine aus. So bequem konnte er sich sonst nur in seinen Privatgemächern zeigen. Aber hier war er weder am Hof, noch wussten alle, dass er der Sohn des bekloppten Ameisenlords war.
„Einer von Hightowers Burschen. Hat mit den Jungs im Servierzimmer geredet“
„Du hättest ihn nicht mit rein ziehen sollen, was denkst du dir eigentlich?“
„Die Jungs fallen auf, der Koch lässt sie sicher beobachten. Der Bursche war sichtbar verletzt, es passte“, hielt Janik entgegen, „Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig, Loras.“
„Nein, bist du nicht“, stellte der andere fest. Er nahm einen weiteren Pfeifenzug und das Gespräch erstarb für einen Moment.

„Er ist fort?“, griff Loras das Gespräch wieder auf.
„Ich hab’s auch erst beim Tee erfahren.“
„Tee“, schnaubte der Kräutermeister verächtlich, „Was hat dein Vater diesmal wieder angestellt?“
„Sich den falschen Barden ausgesucht, das hat er“, fiel Janiks Antwort gereizt aus. Die Erinnerung an den Anblick von Ser Balam und Lord Aenys Lady, die von diesem Scharlatan vorgeführt worden waren, machte ihn zornig. So war es nicht geplant gewesen.
„Dann können wir ihn vergessen?“
„Ja, der Laubfärber wird wohl nie mehr für die Ambrose spielen, oder irgendein anderes Haus, das Wert auf seinen Ruf legt. Dafür habe ich gesorgt.“
Loras zog nur eine Augenbraue hoch, aber Janik erriet seinen Gedanken. Sie hatten den Barden seinem Vater erst vorgestellt.

Abermals Schweigen. Janiks Blick fuhr in die Schankstube. Nur wenige Männer unterhielten sich, die meisten waren mit Rauchen oder Spielen beschäftigt. Oder beidem zusammen. Es gab in der Löwenkopf keine Barden, Musik war hier nicht gerne gehört. Außer ihnen beiden trieb kaum jemand Konversation, doch Janik wusste, dass hier gelegentlich hinter verschlossenen Türen allerhand wichtige Gespräche stattfanden.

Er wandte sich wieder Loras zu. „Wie laufen die Vorbereitungen?“, fragte er den Rauchenden.
„Langsam, nachdem er unsere letzten Nachrichten abgefangen hat. Und nun sag endlich wo er hin ist.“
„Lemonwood vermutlich, vielleicht will er von dort aus nach Godsgrace aufbrechen, den sehen wir so schnell nicht wieder.“
„Was will der Koch denn dort?“
„Godsgrace? Wissen wohl die Sieben alleine. Und Vater natürlich“, meinte Janik missmutig.
„Nein, Lemonwood, da hockt doch Hunt wie eine fette Spinne, bereit jede Ameise zu fressen.“
„Vergiss nicht mit wem du redest“, ermahnte er ihn, auch wenn es nicht ernst gemeint war.

Bea kam auf sie zu. Sie war ein Berg von einer Frau, so breit wie hoch, mit den Oberarmen eines Seebären und einer Grimasse, die dem Gesichtsausdruck eines frisch ausgeraubten Händlers in nichts nachstand. Sie sah immer so drein, das lernten die Gäste gewöhnlich rasch.
„Was soll’s denn sein?“, knurrte sie förmlich.
„Hallo Traube. Met und eine Wasserpfeife, Apfel.“
Bea, genannt „Traube“ warf einen Blick zu Loras, dieser deutete auf seinen leeren Krug. Die kräftige Dame riss mit einem Schnauben den Krug an sich und verschwand wieder.

„Also, was will der alte Mance von Hunt?“
„Corwyn Dalt ist tot. Ser Tarim soll ihn in der Wüste zu Tode gehetzt haben“
„Wer soll das sein, dieser Dalt? Nie gehört“, wunderte sich Loras.
Die waren vorm Krieg hier unten eine ziemlich große Nummer, unten in Lemonwood. Aber dann kam der junge König, hat fast die ganze Linie hinrichten lassen. Ich glaube es gibt noch irgendwo eine Nichte, des alten Lord Tremond, aber sonst haben nur die Kinder seines Bruders überlebt.“
„Worauf sind sie aus? Das Erbe?“
„So ist es. Emeron und Corwyn, die armen Tölpel sind tot, aber ein Mädchen ist noch übrig geblieben, Daria.“

Loras zog abermals kräftig an seiner Pfeife und ein weiterer grünlicher Dampfschwall breitete sich vor Janiks Augen aus. Er kannte kaum eines der vielen verschiedenen verbrannten Kräutern aus Loras Mischung. Dennoch roch es sehr angenehm.

„Dein Vati will sie also verheiraten? Und der Koch sorgt dafür, dass ihm niemand zuvor kommt?“
„Vergiss dich nicht“, ermahnte Janik seinen Gegenüber abermals. „Aber ja, nur das er sie nicht verheiraten, sondern selbst ehelichen will. Ser Edmund ist auch mit geritten, der Mann hat angeblich eine Honigzunge. Vater hält große Stücke auf ihn. Und selbst wenn das nicht stimmt, so hat er ein ziemlich wertvolles Erbstück für die Brautwerbung dabei.“
Loras setzte sich aufrecht. „Komm schon, das wird sich doch weder Hunt noch Tyrell gefallen lassen?“
Janik nickte. „Es heißt Tyrell habe eine Einheit Redwyne Reiter runter geschickt, zusammen mit ein paar Veteranen. Diesen Bauern, den sie alle wegen seiner Tollkühnheit loben und so einen Florent-Jungen.“
Loras schmunzelte. „Große Prominenz, da wird dieser Daria sicher das Herz schmelzen wie Harrenhals Türme.

Bea kam zurück, schlug die Krüge hart auf den Tisch und legte die bestellte Pfeife auf den Tisch.
Kurz darauf stiegen zwei Rauchwolken aus der kleinen Tischecke empor. 

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Jarod schrieb:
Aufstellungen, Mordkomplotte und Familienschicksale konnten warten. Es ging am Ende nur um Spaß.
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Jarod Voltan

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BeitragThema: Re: Janiks Roundup   Di März 05, 2013 6:32 am

Als Janik abends den gut besuchte Löwenkopf betrat, sammelte sich bereits eine dünne Rauchwolke bei den Deckenbalken. In der Mitte der Schankstube waren einige Tische zusammengestellt worden und irgendeine Straßenbande, vom Krieg fett geworden, warf laut die Würfel. Jeder Teilnehmer hatte einen Haufen Münzen vor und einen Krautstängel neben sich liegen.
Janik schob sich an ihnen vorbei zu dem gewohnten kleinen Holztisch am Rand der Schankstube. Es musste ein guter Tag im Löwenkopf sein, man hatte die Tische mit bereits mehrfach benutzen Kerze gedeckt. Oder zumindest einige der Tische.
Er war heute wohl als Erster da.
Ungewöhnlich.
Aber es gab sicher einen triftigen Grund dafür. Kaum hatte er sich gesetzt und die Beine entspannt ausgestreckt, da kam bereits Bea zu ihm.
„Hallo Traube. Wasserpfeife, Apfel und zwei Met“, bestellte er.
Sie schnaubte ihn nur an.

Die Kohle der Wasserpfeife verbrannte den Apfeltabak und der Schaumrand auf den Rändern der Krüge war armselig zusammen geschrumpft, als Loras ankam.
„Du bist spät“, stellte Janik das offensichtliche fest.
„Ich hab Post für dich.“
„Von unserem gemeinsamen Freund?“
„Ja.“
„Gib sie mir später.“

Loras setze sich und zog aus seiner Weste eine langstielige Holzpfeife hervor, stopfte sie und entzündete sie an der Kerze. Janik sah ihm an, dass der Tag auszehrend gewesen sein musste, sie würden erst einmal über gewöhnliche Ereignisse sprechen, ehe sie zum Geschäft über gingen.
„Du ahnst nicht, wer heute mit dem Schiff nach Sunspear kam.“
„Eine Horde Dothraki mit einem Drachenbastard als Anführer?“
„Lady Daria von Lemonwood.“
„Dann ist der Koch also wieder hier?“
„Ich weiß nicht, ich habe ihn noch nicht gesehen. Ich glaube aber nicht das es so ist, ich habe da eine spannende Geschichte gehört.“
„Lass dir nichts aus der Nase ziehen.“
„Erinnerst du dich an die Reiter, die Mance nach Lemonwood schickte um Daria als erstes nach Sunspear zu bringen?“
„Ser Edmund und den Koch? Klar erinnere ich mich, ist ja keine Woche her, dass du mir davon erzählt hast.“
„Einer von Edmunds Männern war mit auf dem Schiff. Hat mir alles erzählt, was er wusste.“
„Erinnerst du dich an den Teil mit der Nase und dem ziehen?“
„Erinnerst du dich an den Teil mit dem Respekt?“
Loras Antwort war eine aufsteigende grüne Rauchwolke.

Janik befeuchtete die Kehle und begann die Ereignisse zusammen zu fassen.
„Edmund und der Koch haben sich den Redwynes angeschlossen. In der ersten Nacht wurde aber der Anführer, Ser Patrick, getötet, Schlangenbiss. Der Soldat mit dem ich geredet habe ist sich unsicher, ob es nur ein Unfall war, aber Beweise gab es keine. Dieser Bauer, Harlan heißt er, habe wohl das Maul aufgerissen um das Kommando zu übernehmen, brauchte aber Rückendeckung von diesem Florent Ritter, Lionel heißt er.
Aber nun kommt’s. Vater hatte acht Reiter ausgeschickt. Aber der Mann mit dem ich gesprochen habe, Kiel Raffzahn nennen sie ihn, erzählte, das sie am Morgen nur noch zu zweit waren. Kein Ser Edmund weit und breit. Der Koch soll wohl auch verschwunden sein, aber du weißt ja selbst, dass dieser Teufel sich genauso gut auch unter die Redwynes gemischt haben könnte.“
„Dann haben sie diesen Ser Patrick kalt gemacht?“
Janik zuckte nur mit den Schultern.

„Dieser Lionel hat sie mit einem Höllentempo runter reiten lassen. Einen Tag später waren sie in Lemonwood. Hör' dir das an, angeblich soll Hunt die Stadt fest im Griff haben, hat sie in Teile eingeteilt, einen Teil für seine Soldaten, einen für die Dornischen. Hat wohl ein paar Dornische rekrutiert und einen ganzen Söldnerhaufen bestellt. Ich schätze für die nötigen Drachen hat er sich aus der Dalt-Schatztruhe bedient.
Dieser Kiel weiß nicht genau was da vorgefallen ist. Dieser Lionel war wohl die ganze Zeit in der Burg, hat sich nie blicken lassen. Der Bauer schon.“
„Harlan?“
„Sag ich doch. Jedenfalls nach 'nem Tag meinte der Bauer zu den Reitern sie sollen sich für die Abreise fertig machen und vorm Burghof warten.“

Lautes Gebrüll und Gejohle von der zusammen geschobenen Tischgruppe unterbrach seine Erzählung. Sie nutzen beide die Zeit um der Decke der Taverne weiteren Rauch hinzuzufügen.

„Aber dieser Hunt hatte wohl was dagegen, dass die junge Dalt unter seiner Nase weggebracht wird. Hat das Tor geschlossen und Harlan und diesen Lionel abgefangen. Kiel weiß aber auch nicht was da genau passiert ist.“
Loras gluckste. „Hat dieser Hund Alyn denn keinen Schiss vor Tyrell?“
„Vielleicht, vielleicht ist er auch nur ein Schwachkopf. Einerlei. Abends kam wohl der Hofmeister oder Kammerherr oder wer-auch-immer, jedenfalls kam dort ein Mann zu den Reitern und gab ihnen genaue Anweisungen für eine Flucht aus Lemonwood. Und tatsächlich haben Ser Lionel und Harlan die Lady Daria und ihre erste Dame aus Lemonwood gebracht. Sind bis nach Planky Town gekommen, ehe sie Hunts Reiter eingeholt haben. Raffzahn meint der Stadtherr habe ihnen den Arsch gerettet, hat seine Truppen als neutrale Macht zwischen Lionel und irgend so einem von Hunts Rittern gestellt. Am nächsten Tag fuhren sie schließlich alle mit dem Schiff nach Sunsper.“
„Und dein Vater?“
„Hat nichts davon mitbekommen, hat sogar die Ankunft der Lady verpasst. Ich glaube er hat sich bis jetzt immer noch nicht zu Gesicht bekommen. Das schmeckt ihm ganz und gar nicht.“
„Es hat ihm doch wohl nicht den Appetit verdorben?“, bemerkte Loras spöttisch, erntete dann aber einen strengen Blick von Janik.
Hab's nicht so gemeint“, nuschelte Loras und leerte seinen Krug in einem Zug.
Aber wieso eigentlich? Was wurde aus Edmund? Und dem Koch?“
Janik schlug die Beine übereinander, das Mundstück der Wasserpfeife verschwand zwischen seinen Lippen. Er spürte wie die Spannung in Loras stieg.

„Ser Edmund war schneller als Ser Lionel. Morgens, nachdem Patrick verreckte, hat er sich seine Kameraden geschnappt und ist wie der Blitz davon geritten. Nur Kiel und einen Kumpel hat er ohne Erklärung zurück gelassen. Vielleicht Zeitnot, vielleicht um schneller zu sein, wer weiß. Nur das Edmund nicht schnell genug war und wegen Verschwörung in Hunts Kerker geendet ist.“
„Hockt er immer noch?“
„Soweit ich weiß ja, Harlan und Lionel haben nichts unternommen um ihn mit zu nehmen.“
Loras zog an seiner Pfeife.
„Sitzt der Koch auch in Lemonwood?“
„Hunt kann noch so viele Söldner und Dornische um sich scharen, du glaubst doch nicht, dass der den Koch kriegt. Weiß nicht was mit dem passiert ist. Die Küchenjungen haben was von Godsgrace geplappert. Vielleicht war er in Lemonwood, vielleicht hat er aber auch den Morgen und Ser Patricks Tod genutzt um die Richtung zu ändern.“
„Meinst du er hatte was mit Patrick zu tun? Wäre seine Handschrift.“
Janik seufzte. „Du kennst die Antwort doch Loras. Vater erzählt mir nicht was er mit dem Koch ausmacht. Vielleicht ja, vielleicht nein.“
Beide Männer begnügten sich mit dem Rauchen.

„Nette Geschichte. Du musst mir erzählen, wie es mit dieser Daria weiter geht. Vor allem jetzt, da sie hier am Hof ist.“ Loras wirkte viel gelassener, als zu Beginn ihres Gespräches.
„Werde ich“, versprach im Janik. „Und nun lass uns zum eigentlichen Geschäft kommen. Du hast Post, sagst du?“

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Jarod schrieb:
Aufstellungen, Mordkomplotte und Familienschicksale konnten warten. Es ging am Ende nur um Spaß.
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